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Der neue Trend : „Suche Nachmieter“

Ein neuer Trend am deutschen Mietwohnungsmarkt zeichnet sich ab: Mieter suchen Ihren Nachmieter

Durch die Einführung des so genannten Bestellerprinzips versagte die Bundesregierung Mitte 2015 einem ganzen Berufsstand (Mietwohnungungsvermittlern ) und den Eigentümern von Wohneigentum das Recht auf Vertragsfreiheit.

Dieser Eingriff in einen funktionierenden Markt erfolgte unter dem Deckmäntelchen Verbraucherschutz, nach dem Motto: „Wir wollen den Mieter von Provisionszahlungen entlasten“. Der klassische Vermietungsmakler wurde damit weitestgehend, zumindest vorübergehend, aus dem Markt gedrängt.

An der teils recht überhitzten Situation am Wohnungsmarkt hat sich dadurch jedoch nichts geändert. Im Gegenteil, nach unseren Erfahrungen ist es für die meisten Mietsuchenden schwieriger geworden, eine adäquate Wohnung zu finden. Durch dieses Gesetz wird nicht eine einzige Wohnung neu gebaut und auch, durch die rasant wachsende Zahl der Wohnungssuchenden in den nächsten Jahren (Stichwort: Flüchtlingspolitik), wird sich die Situation weiter verschlechtern.

Diese Situation macht sich nun die Gruppe derer zu Nutze, welche eigentlich geschützt werden sollte.

Analysiert man in letzter Zeit einmal intensiv die Mietangebote in den Tageszeitungen, Immobilienportalen, ja auch an Aushängen in Supermärkten und einschlägigen Facebook-Gruppen wird man eines feststellen: Die Angebote werden immer weniger, und es gibt einen neuen Wohnungsvermittler: den nachmietersuchenden Mieter

Suche Nachmieter

Hier bildet sich verstärkt eine Gruppe von „Wohnungsvermittlern“, welche sich nicht scheut teils recht hohe Anzeigenkosten zu übernehmen, um „im Interesse Ihres Vermieters“ einen Nachmieter zu suchen…
Erstaunlich?
Nein, denn liest man diese Anzeigen einmal etwas genauer, wird man feststellen, dass mit dem Wohnungsangebot knallharte finanzielle Interessen der Noch-Mieter verbunden sind.Sätze wie: „Übernahme der Einbauküche ist Bedingung“ oder „Ablöse für neue Couchgarnitur erforderlich“ sind leider keine Ausnahme. Der Wohnungsvermittlungsmarkt verlagert sich also mehr und mehr in den privaten (übrigens nicht steuerpflichtigen) Bereich.

Was hat das nun für Auswirkungen?
Für den Noch-Mieter, eigentlich nur positive.
Er besichtigt mit potentiellen Mietinteressenten, welche er seinem Vermieter natürlich nur dann empfiehlt, wenn dieser bereit ist seinen alten Ramsch zu übernehmen. Auch die Abwälzung von Renovierungskosten auf den Nachmieter sind nach unseren Erfahrungen ein gern genutzter Grund.

Für den neuen Mieter:
Er muss jetzt zwar keinen Makler mehr zahlen, aber dafür hat er jetzt die Chance, sich mit dem Ex-Mieter über den Wert der Küche zu streiten, die er eigentlich gar nicht benötigt. In angespannten Wohnungsmärkten wird es wohl den ein oder anderen Fall geben, wo der Wert der Küche den ursprünglichen Kaufpreis weit übersteigen wird. Auch bei wissentlich falschen Aussagen zum Zustand der Wohnungen, zu Nebenkosten, nicht vorhandenen Energiepässen usw. wird er im Schadensfall wohl kein Ansprechpartner sein.

Der Vermieter gewinnt… auf den ersten Blick.
Er bekommt von seinem Noch-Mieter einen neuen Mieter präsentiert, hat keine Sorgen und Kosten. Nur, er sollte nicht vergessen, seinem Ex-Mieter geht es nicht um die Wohnung des Vermieters. Es geht ihm auch nicht darum, ob der Nachmieter die jetzt abgewohnte Wohnung wieder fachmännisch renoviert. Ihm ist es auch relativ egal, ob dieser Nachmieter seinen Mietverpflichtungen nachkommen wird, er will nur den maximalen Gewinn aus seinem geplantem Auszug aus der Wohnung ziehen…
Ob es für einen Vermieter wirklich die beste und preiswertes Variante ist, sich von seinem Noch-Mieter einen Nachfolger suchen zu lassen, wird er wohl erst nach einiger Zeit erfahren…